Das Projekt PEACH (Personal Experience with Active Cultural Heritage) befasste sich mit der Entwicklung von Technologien zur Unterstützung von Museumsbesuchern vor einem Museumsbesuch und während des eigentlichen Museumsaufenthalts. Der Fokus lag auf der Entwicklung von Technologien, die den Besuchern das Verständnis der im Museum angebotenen Informationen erleichtern sollen.

Im Laufe des Projekts wurden mehrere unterschiedliche Prototypen entwickelt. Beispielsweise gab es ein System, das die Bewegungen einer großen Anzahl von Besuchern in einem Museum nachahmen konnte (basierend auf einem 3D-Modell des Museums und einem kognitiven Modell der simulierten Benutzer).

Ein anderes System war in der Lage, einen Audiostream an eine bestimmte Stelle im physischen Raum zu senden (z. B. mit Fokus auf den Kopf eines bestimmten Besuchers, sodass der Besucher bei der Nutzung des Audioguides keine Kopfhörer tragen musste).

Meine Aufgabe im Projekt war die Entwicklung und Umsetzung eines virtuellen Museumsführers. Die Umsetzung erfolgte auf einem mobilen Gerät (compaq iPAQ), das mithilfe von Infrarot-Beacons im Museum geortet werden konnte. Dadurch war das mobile Gerät in der Lage, auf den aktuellen Kontext im Museum zu reagieren und ortsbezogene Informationen darzustellen. Die Informationen wurden von einer virtuellen Figur präsentiert. Es standen verschiedene Charaktere zur Verfügung, die jeweils eine andere Perspektive auf den Inhalt des Museums repräsentierten.

In einem bestimmten mittelalterlichen Museum verwendeten wir zwei Charaktere: einen Künstler und eine Dame aus dem Mittelalter. Je nach gewähltem Charakter wurden unterschiedliche Geschichten erzählt. Die Charaktere waren auch in der Lage, das mobile Gerät zu verlassen.

In einem Szenario verwendeten wir einen an der Decke montierten Projektor, der sich um 360 Grad auf drei Achsen drehen ließ. Daher könnten wir den Charakter auf jede Oberfläche im Raum projizieren. Die Figur konnte tatsächlich auf natürliche Weise von einem Ort zum anderen wandern. Auf diese Weise könnte die Figur bestimmte Details der physischen Objekte im Museum hervorheben, indem sie sich neben sie bewegt und auf das hervorzuhebende Detail zeigt.

Der Museumsführer wurde in zwei realen Museen umgesetzt. Die Völklinger Hütte und das Museo Castello del Buonconsiglio in Trient, Italien.

Zur Entwicklung der Prototypen nutzten wir Java, Java3D und Flash.

©Micha Kruppa 2025

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